Baumwolle, Tier-Wolle, Leinen, und Seide kennen wir als herkömmliche Naturfasern in unserer Kleidung. Wenn die Stoffe unter ökologischen Gesichtspunkten verarbeitet werden, sind diese auch gut und empfehlenswert. Idealerweise achtet man hier direkt beim Kauf auf eine Bio-Zertifizierung der Stoffe oder des Labels. Denn die Massenproduktion birgt Problematiken wie Massentierhaltung und Schädlingsbekämpfung. Da die Baumwollindustrie leider immer wieder negativ auffällt durch schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit, rate ich zur Vorsicht beim Kauf. Außerdem ist die Pflanze sehr anfällig für Schädlinge, wodurch der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln fast unvermeidbar ist. Auch Leinen, ein schnell nachwachsender Rohstoff, wird zu 99% nicht biologisch angebaut. Seide wiederum kommt wie Tier-Wolle für Veganer nicht in Frage, da bei der klassischen Seidenproduktion tausende von Raupen ihr Leben lassen müssen. Auch bei Tier-Wolle ist es ratsam, auf eine artgerechte Haltung der Tiere zu achten.

Lyocell, Tencel und Seacell – Fair Fashion setzt auf Naturfasern aus schnell nachwachsenden Pflanzen

Hanf ist als eine der am schnellsten nachwachsenden Nutzpflanzen schon seit Jahrtausenden ein wichtiger Rohstoff für die Bekleidungsindustrie und sehr empfehlenswert.

Immer beliebter wird Lyocell oder auch Tencel genannt. Der Stoff ist aus Holzfasern, welche aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Er besteht aus einer Mischung von europäischem Buchen- und Fichtenholz, sowie extrem schnell nachwachsendem südafrikanischem Eukalyptus. Die Fasern werden von der österreichischen Firma Lenzing hergestellt. Im Vergleich zu Viscose, welche auch aus Holzfasern besteht, werden bei Tencel aber biologisch abbaubare Lösemittel benutzt. Somit ist der Stoff um einiges umweltfreundlicher. Tencel kombiniert zudem die Eigenschaften von Seide, Leinen und Baumwolle: es fühlt sich seidig weich auf der Haut an, ist dabei luftig leicht und temperaturregelnd.

Seacell wird aus einer Isländischen schnell-nachwachsenden Braunalge gewonnen. Wie Tencel wird Seacell im Lyocell Verfahren gewonnen. Die Alge wächst natürlich und kommt daher ganz ohne Pflanzengifte aus. Da Algen bekanntlich voller Mineralien, Spurenelementen und Antioxidantien sind, ist Seacell sogar nährend für die Haut. Diese Naturfaser eignet sich daher perfekt für Unterwäsche, Loungewear und Bettbezüge.

Kaktus, Apfel, Mango oder Ananas, woraus hättest du gerne dein veganes Leder?

Veganes Leder vaus Mylo von Bolt Threeads
Veganes Leder aus Mylo (c) Stella Mc Cartney online

Wenn man das liest, denkt man vielleicht eher an Obstsalat als Leder, aber die Produkte sind tatsächlich erstaunlich gut! Über die Vorteile von Piñatex habe ich schon berichtet. Veganes Leder wie Piñatex besticht mit unschlagbarer Nachhaltigkeit, da es überwiegend aus Abfallprodukten besteht. Die Firma Ananas Anam hat dazu unter anderem schon mit Firmen wie Boss und Paul Smith zusammen gearbeitet. Im Vergleich zu Leder ist Piñatex etwas weicher und flexibler, aber trotzdem strapazierfähig. Die Textur ist besonders, so dass man Piñatex sofort erkennt.

Eine weitere vegane Leder-Alternative kommt aus Mexico und nennt sich Desserto. Das sieht sehr vielversprechend aus, Amigos! Desserto stellt veganes Leder aus Kakteen her. Dabei werden nur die groß5en reifen Blätter abgeschnitten. Die Pflanzen bleiben also erhalten und wachsen stetig nach.

Aus Italien, genauer gesagt aus Bozen gibt es Leder aus Apfelhaut von der Firma Frumat. Dieses wird zum Beispiel von der Firma Nuuwai cleanen bunten Taschen verarbeitet. Auch die coole nachhaltige Sneaker Marke Womsh stellt in ihrer Vegan Line Sneakers aus Apple Skin her. Appleskin ist sehr anpassungsfähig und man kann es wunderbar färben, was man zum Beispiel gut bei Womsh sieht.

Die Firma Bolt Threads aus England wiederum entwickelt veganes Leder aus Pilzstämmen. Diese sind wahnsinnig nachhaltig, da man sie innerhalb weniger Wochen züchten kann. Der daraus entstandene Stoff heißt Mylo und wurde zum Beispiel von Modedesignerin Stella McCartney für ihre Falabella Tasche verwendet.

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